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Bärenpark Bern

Berns Ursprünge liegen, so die Legende, in der Bezwingung eines Bären. Jahrhundertelang bekräftigte die städtische Bärenhaltung diesen Akt, indem sie das Wappentier im Zwinger hielt. Der neue Bärenpark symbolisiert die Aussöhnung von Bern mit dem Bären.  Im 21. Jahrhundert ist ein Miteinander von Stadt und Natur möglich.
 
Bären, Menschen, Altstadt
Der Bär erhält ein Stück seines angestammten Territoriums zurück: Erdboden zum Graben, Bäume zum Klettern, das Ufer der Aare zum Fischen. Die Menschen werden dabei nicht verdrängt, sondern weichen nach oben aus. Sie stellen ihre Wege auf Stützen, so dass sich ihr Bereich mit dem Territorium des Bären überlagert. Die natürliche Topographie lässt Wege und Bärenterritorium wechselseitig zu Bühne und Tribüne werden, ebenso wie Bärenpark und Altstadt. Menschen und Bären können sich auf Augenhöhe betrachten, im Gegenüber zur steinernen Stadtgestalt.
Prägnante Gestalt
Der Bärenpark hat eine prägnante Gestalt. Er ist, wie der Bärengraben, ein Postkarten-Sujet. Dem Besucher, der aus der Altstadt kommt, zeigen sich der Kopf der Nydeggbrücke, der Bärengraben und der Bärenpark als eine Einheit, wenn auch aus Teilen aus unterschiedlichen Zeiten. Geheimer Hauptakteur bleibt dabei die Topographie: der nicht unterbrochene Aarehang, die Fluss-Schlaufe und mit ihr die Gestalt der Stadt. Die Bären und die Altstadt werden zusammen wahrgenommen.
Laufstege
Die Wege sind Laufstege für die Besucher. Zwischen ihnen gibt es eine Interaktion, die anders, aber nicht weniger intensiv ist als im alten Bärengraben. Aus dem Verhalten der Besuchergruppen kann der Ankommende erkennen, wo sich die Bären befinden. Diese sind in ihrem Territorium zwar (fast) überall sichtbar, doch nicht von überall her. Sie müssen aufgesucht werden.
Bärenterritorium
Die Bären finden in ihrem Territorium vielfältige, abwechslungsreiche Situationen: Wiese, Gehölz, Steine, Wasser. Dazu wird die bestehende Anlage sanft ergänzt beziehungsweise ausgelichtet. Der einheitliche Charakter des Aarehangs bleibt
aber gewahrt. Wege und Gehegegrenzen sind kombiniert, so das letztere kaum in Erscheinung treten. Ein unter die Platte des Wegs gespanntes Seilnetz dient als Absperrung, die Platte selbst als Kletterschutz. Die Kontinuität der Topographie des Aarehangs bleibt erhalten.
Wegnetz
Das Netz der neuen Wege ist im bestehenden Wegnetz eingeknüpft. Die Besucher können kleinere oder grössere Rundgänge machen, die Spaziergänger im Aarebogen finden einen attraktiveren und besser verknüpften Uferweg. Besonders die Verbindung Schwellenmätteli - Untertorbrücke wird aufgewertet. Damit wird der Rundweg um Bern attraktiver und der Bärenpark in den Berner Alltag eingebunden. Eine zweite Unterführung unter der Nydeggbrücke kann organisch in die Anlage eingebunden werden.
 
Wettbewerb: 2003

mit:
Kuhn & Truninger, Landschaftsarchitekten >>
Martin Tschanz
Kurt Müller
Roland Fässer>>