Top Menu


Kirchenbrücke Muotathal

Die Kirchenbrücke verbindet den Hauptdorfteil mit dem Gebiet Wil, wo sich das Schulhaus und die Kirche befinden. Die Region des Muotatals besitzt eine lange Tradition in der Erstellung von Fachwerkbrücken in Holz.
 
Als Ersatz für die alte Betonbrücke ist daher eine neue Holzfachwerkbrücke naheliegend – nicht zuletzt deshalb, da sie eine starke regionale Einbindung mit sich bringt und eine identitätsstiftende Rolle für die Gemeinde übernehmen kann.
Aufgrund ihrer Lage im Siedlungsgebiet wird die Brücke als Gebäude ausformuliert. Die Fachwerkkonstruktion und der dazugehörige Witterungsschutz führen zu einem voluminösen Bauwerk, das den Übergang zwischen den zwei Dorfteilen beidseits der Muotha selbstbewusst in Szene setzt. Die Brücke wird zum Haus unter Häusern. Um dies zu unterstreichen, wird keine abstrakte Form, sondern die vertraute Silhouette eines Giebeldaches angestrebt. Durch die Kombination des Giebels mit einem konkaven Knick in der Ostfassade wird dem Körper trotzdem eine unverkennbare Geometrie — und Modernität — verliehen, die durch die flächige Ausprägung des Witterungsschutzes ausdrucksstark zur Geltung kommt. Die Diagonalschalung orientiert sich an hiesigen Scheunenbauten.
Die einseitige Fussgängerverbindung schliesst an die bestehenden Trottoirs und die beiden Flussuferwege an. Dadurch unterscheiden sich Ost- und Westseite der Brücke von ihrer Aufgabe her wesentlich. Dies drückt sich in der Differenzierung der beiden Diagonalschalungen der Fassaden aus.

Das Tragwerkskonzept:
Holz wurde über Jahrtausende als Material für den Brückenbau eingesetzt. Mit dem Werkstoff Holz können Brücken mit sehr langer Lebensdauer erstellt werden. Ein Beweis dafür sind eindrückliche, heute noch bestehende Brückenbauwerke mit Erstellungsjahren bis ins 16. Jahrhundert zurück. Eines haben alle diese teilweise mehrere hundert Jahre alten Brücken gemeinsam: sie wurden als überdachte Konstruktionen ausgeführt. Nur so konnte ein ausgezeichneter, konstruktiver Holzschutz erreicht werden. Bei der Konzeption des Brückentragwerks für die neue Kirchenbrücke im Muotatal stand daher bald fest, dass eine gedeckte Konstruktion gewählt wird.
 
Studienauftrag
Gemeinde Muotathal
Dezember 2007
mit: neue Holzbau AG, Lungern