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Erweiterung Landesmuseum II

Für die zweite Stufe wurden zu den 15 qualifizierten Büros 15 Stararchitekten eingeladen.
Unser Pojekt der zweiten Stufe folgte weitgehend dem ursprünglichen Ansatz, das Gebäude oberirdisch in den Park zu erweitern .  Eine Perimeteränderung in der zweiten Ausschreibung hatte eine Überarbeitung des Neubaus zur Folge.

Am Ausgangspunkt des Projekts steht das alte Landesmuseum mit seiner ungehemmten baulichen Metaphorik.
Der Altbau wird nahezu integral erhalten und um einen als eigenständiger Bauteil wahrnehmbaren, attraktiven Neubau erweitert.
Museum, Platzspitz und Stadt werten sich gegenseitig als Kultur- und Erholungsraum auf.
Neu entstehen mit modernster Infrastruktur und Klimatisierung: 1300 m2 Wechselausstellungsfläche, wovon 1000 m2 in einem zusammenhängenden Ausstellungssaal, 900 m2 semipermanente Ausstellungsfläche sowie 1000 m2 für den Ausbau der Sammlungen.
Der Neubau:
Der Neubau ist ein Höhenweg. Er führt das Publikum um das alte Museum herum, er lädt es zu einem Ausflug in den Park ein.
Auch mit dem Park erneuert das Museum seine Allianz. Beide werden als gleichwertige Partner stark, ja unentbehrlich im städtischen Gefüge Zürichs.
Der Neubau spielt typologisch auf den Altbau an. Er verdoppelt den Grundriss des Altbaus wie eine Bildstörung. Ein zweiter, intimer Hof entsteht zwischen den beiden verschränkten Bauteilen. Der Neubau nähert sich zurückhaltend und elegant dem Altbau. Er respektiert den Bestand, aber er fordert ihn heraus, kommentiert ihn, baut ihn weiter.
Was dem Altbau das kühne Gewölbe über der Ruhmeshalle, ist für den Neubau das Tragwerk: eine Erinnerung an den Stand des Ingenieurbaus nach einem Jahrhundert Transitstrassenbau.
Der Neubau ist nicht nur bildlich und volumetrisch als Ergänzung zum Altbau zu verstehen. Indem er jene Teile des Raumprogramms aufnimmt, welche erheblichen klimatischen Lasten ausgesetzt sind und/oder technische Installationen bedingen, legt er die Voraussetzung zum schonungsvollen Umgang mit dem Altbau. Die Differenz zwischen den beiden ungleichen und doch ähnlichen Bauten dokumentiert das Jahrhundert, welches zwischen ihrer Entstehung liegt.
Der Altbau:
Mit der Konzeption des Neubaus werden ideale Rahmenbedingungen zum integralen Erhalt des Altbaus und zu seiner Aufwertung und Integration geschaffen. Der Altbau wird nicht mit Aufgaben belastet, für die er nicht gebaut worden ist. Insbesondere wird den kostbaren Intérieurs kein Aus- und Umbau zugemutet. Angestrebt wird eine unprätentiöse Reparatur des Gebäudes und die Wiederherstellung wertvoller historischer Ausstattungen. Jeder Eingriff wird sorgfältig dosiert und klar begründet. Als Strategien kommen Klärung, Rekonstruktion, Reorganisation zur Anwendung.
Park
Die Platzspitzanlage ist der Garten des Landesmuseums. Blühende Inseln im Rasen bilden die Farbigkeit der Jahreszeiten ab.
Das Wegnetz wird zu Gunsten grosser Rasenflächen reduziert. Dadurch werden vorgefundene Statuen, Monumente und Bauten als Objekte isoliert und verweisen ähnlich Ausstellungsstücken auf den Einflussbereich des Museums. Neue Monumente werden dereinst dieses Ensemble ergänzen und der Erzählung neue Pointen hinzufügen.
Seit dem 16. Jahrhundert ist der Platzspitz von Alleen gesäumt. Diese verbinden die Museumsstrasse mit dem Garten und verdichten sich im Spitz zu einer Baumhalle.
Die Wege unter den Alleen weiten sich bei der Museumsstrasse und an der Spitze des Parks zu breiten chaussierten Flächen. Den Auftakt zum Garten limmatseits bilden die Schiffsanlegestelle und der Kiosk mit Imbissbude. An der Spitze, wo Limmat und Sihl zusammenfliessen, wird eine von Stützmauern umgebene Flussbar eingerichtet.
Dem Fluss entlang wendet sich der Garten nach aussen. Das Limmatufer liegt als intime Zone mit ruhigen Sitzplätzen über der Wiese. Das Sihlufer wird mit Sitzbänken unter den Platanen als Uferpromenade gestaltet.
Die grosse Wiese ist der Innenraum des Gartens und soll betreten werden. Stühle, die den Raum unter dem Baumdach flexibel möblieren, laden zum Verweilen ein.
 
Projekt:
Müller & Truniger Architekten
Thomas Berger, Architekt ETH
 
ausserdem:
Christoph Schläppi, lic. phil.
 
Lanschaftsarchitektur:
Gartenkonzepte GmbH
 
Internationales Wettbewerbsverfahren:
Erste Stufe: Herbst 2000
 
Zweite Stufe: Sommer 2001
5. Rang und Preis
 
Projekt 1. Stufe>>